Göttin der kleinen Gefälligkeiten

Gefälligkeiten – bin ich die Göttin der kleinen Gefälligkeiten? Oder war ich das? Beides kann ich heute mit JA beantworten. Sie kommen so unscheinbar daher, diese kleinen Gefälligkeiten. Klein und nebenbei überrollt Dich die Frage: Könntest Du Mal? Und meistens habe ich: JA gesagt.

Könntest Du drei Wochen den Garten giessen? Blöd, war das einer der heissesten Sommer. Was mich zwei Mal täglich ausrücken liess. Von den dazugehörigen sieben Katzen, oder waren es acht, spreche ich gar nicht. Die liefen so nebenbei mit. Nicht der Rede wert.

Könntest Du den Hund sitten? Doof, wusste ich nicht, dass der Kerl ein keiner Streuner war. Kaum vom Spaziergang zurück ergriff er die Flucht aus meinem Garten. Mein Adrenalinspiegel stieg ins unermessliche. Trotz Verbot bin ich mit dem Auto die Waldwege abgefahren. Die Ausrede, falls mich der Förster erwischt, schon auf den Lippen. Stunden später war er wieder da und ich komplett am Ende mit meinen Nerven.

Göttin der kleinen Gefälligkeiten, könntest Du?

Könntest Du die Meerschweinchen über den Sommer nehmen? Warum nicht, die quicken doch so herzig. Kein andere wollte, danach wusste ich warum. Es waren Killer Meerscheine, die sich gegenseitig bissen. Ich musste den Käfig trennen. Von der eigenartigen Verdauung dieser Tiere spreche ich gar nicht.

Könntest Du etwas nach Wien mitnehmen? Klar, mach ich. Nur bin ich das Zeugs dann nicht losgeworden. Weil besagte Empfängerin gar nicht in Wien war. Eine kleine Odyssee.

Könntest Du meine Diplomarbeit korrekturlesen? Ja sicher, ich habe ja Germanistik studiert. Da wusste ich noch nicht wie schwer Deutsch wirklich ist. In einer Art habe ich die Arbeit neu verfasst.

Könnte ich Dich besuchen kommen in der schönen Schweiz?  Natürlich. Da ahnte ich noch nicht, dass ich für die besagten Tage Reiseführer, Koch, Coach und Weiteres war.

Ich höre gerne zu und stehe auch gerne mit Rat und Tat zur Seite, besonders guten Freunden. Aber wenn mir jemand, den ich flüchtig kenne, im Kaffee drei Stunden seine Lebensgeschichte runterbetet für die zehn Blockbuster nicht ausreichen würden, dann muss ich sagen: Ich bin weder Coach noch Therapeut. Warum glaubt Ihr zahlt man da nicht wenig Geld? Weil das energetisch anstrengend ist. Es hat seinen Preis. Hier geht es zu einem Beitrag von mir über Energieräuber. Auch so ein Thema.

Die Liste der Geschichten wäre endlos lang. Viele kann und darf ich hier nicht erzählen.

Lieblingsfrage: Könntest Du ich weiterempfehlen? Ja sicher, kann ich. Warum auch nicht.

Ich hätte gerne einen Termin bei? Könntest Du? Ja sicher, weil ich bin ja nett.

Besonders liebe ich, wenn mir jemand nach Monaten, gefühlten Jahren schreibt: Wollte nachfragen wie es Euch geht? Da denke ich dann kurz: Hey, das hat Dich Monate nicht interessiert? Im Hintergrund sehe ich sie schon lauern, die gewünschte Gefälligkeit meinerseits.

Ich habe NEIN gesagt

Ich so: NEIN.

Ich habe damit aufgehört die Göttin der kleinen Gefälligkeiten zu sein. Warum? Ich glaube es war die Wertschätzung, die mir gefehlt hat. Kleine Gefälligkeiten, die ab und an zu grossen werden, sind schnell gemacht und auch schnell vergessen. Ich habe mir einen Ruck gegeben und geantwortet: Nein, ich kann Dir leider nicht helfen, weil ich selber in den meisten Fällen nichts davon hatte.

Antwort auf mein NEIN

Liebe Elisabeth, Natürlich wäre es naheliegend gewesen, dass ich Dir als kleines Dankeschön….

Scheinbar haben wir hier verschieden Ansichten. Wenn ich Menschen verbinde habe ich persönlich keine Erwartungshaltung für eine Gegenleistung. Ich wurde so erzogen, dass man hilft wo man kann. Das macht Freude, weil man so gleich zwei Menschen happy macht. Und es gutes Karma gibt. Und wenn ich eine Erwartungshaltung habe, dann spreche ich sie aus. Unausgesprochen Erwartungen führen oft zu Enttäuschungen. ……. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du wieder Menschen vermitteln würdest. Aus Deinen Vermittlungen ist viel Gutes entstanden, darauf darfst Du stolz sein.

Auch die Göttin der kleinen Gefälligkeiten hat irgendwann genug

Jetzt zu mir. Ich bin ein grosser Fan von Wertschätzung. Und nein, ich erwarte keine Gegenleistung, aber ich erwarte Wertschätzung. Weil das was ich tue einen Wert hat. Ich mache gerne Menschen glücklich, mich selber auch. Meine Zeit auf dieser Erde ist begrenzt, meine Energie auch. Ich bin damit sparsamer geworden. Und ja, ich bin stolz auf das was ich schon alles gemacht habe, sehr sogar. Mein Karma Konto ist so gefüllt, ich brauche grad keine Punkte mehr. Denn auch das hat mit Karma zu tun. Mit meinem und Eurem.

Ich freue mich auf Eure Kommentare und auch, wenn ihr mir auf Instagram folgt

Eure Elisabeth, #NotSorry

2 Kommentare
  1. Andreas Schweizer
    Andreas Schweizer sagte:

    So fein – und schön – lebendig – verständlich – voll konkreter, nachvollziehbaren Beispielen. So gut und so wahr. Danke.

    Antworten

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