Kaum ein Hasthag wurde so viel diskutiert wie #regrettingmotherhood.

Dieser Diskussionswelle liegt eine Befragung von NUR 23 Frauen zu Grunde, die sich zur ihrer Mutterschaft äussern. An sich nichts Besonderes, weder repräsentativ die Umfrage, noch das Thema neu. Und doch ging eine Welle der Anteilnahme los. Die Kommentare in den diversen Internetplattformen zeigten deutlich, wie dieses Thema Menschen bewegt. Die Meinungen dazu divers.

Müssen wir unsere Eltern lieben, nur weil sie unsere Eltern sind?  

Kaum einer meiner Facebook Posts hat so viele Clicks erzielt, wie die Verlinkung zu einem Artikel mit dem Titel: Verlassene Eltern. Kinder die den Kontakt zu den Eltern abbrechen, das passiert häufiger, als wir wissen. Keiner spricht gerne darüber. Im Mittelpunkt steht die Frage: müssen wir unsere Eltern lieben, nur weil sie unsere Eltern sind?  

Plötzlich steht auch die Frage im Raum: warum bekommen wir Frauen Kinder bzw. müssen wir Kinder bekommen? Die zitierten Gründe im Internet: Pflicht, Absicherung, Lebensinhalt, Rechtfertigung, Tradition, Natur, Liebe…. Alles ist zu finden und alles in seiner Art lebbar.  

Gescheitert wird an den Erwartungen, an der Perfektion, am gesellschaftlichen Druck, an den eigenen Vorstellungen, an der Diskrepanz. Zu finden auch viele Kommentar voller Enttäuschung, das Gefühl, viel investiert zu haben und nichts zurückbekommen zu haben. Aber was darf sich eine Mutter wirklich erwarten? Vielleicht ist es mit den Erwartungen so, wie mit den Versprechen, sie müssen immer wieder neu der Situation angepasst werden. Der Kultur, dem Lebensumfeld.

Kaum einer von uns will wie seine Eltern werden.

Warum ist das so? Weil wir denken, wir könnten es besser oder andere Vorstellungen vom Leben haben. Das ist auch eine Antriebskraft, bringt uns weiter.

Der Bestseller Die Liegenden von Michele Serra beschreibt das fast unerträgliche Zusammenleben eines Vaters mit seinem Sohn. Ein zentraler Satz in dem Buch ist: Eine Welt, in der die Alten arbeiten und die Jungen schlafen, so etwas hat es noch nie gegeben. Jugendliche die nur fordern und konsumieren, auch das, ein Phänomen der Zeit.

Dann die 64jährige Frau- die Vierlinge erwartet, obwohl schon x-fache Mutter. Ebenfalls viel diskutiert. Alles Themen die die Menschen bewegen. Auch viele Schriftsteller haben sich mit dem Thema Mutter auseinandergesetzt, Ernst Bloch schreibt:

„Ists gut?, fragte ich. Dem Kind schmeckt

es bei anderen am besten. Sie (die Kinder)

merken nur bald, was dort auch

nicht recht ist. Und wäre es zu Hause so

schön, dann gingen sie nicht so gern

weg. Sie spüren oft früh, hier wie dort

könnte viel anders sein.“

Es war auf jeden Fall eine spannende Woche, ein neues Interview flimmert schon fast fertig auf meinem Schirm, eine tolle Frau mit einem speziellen Leben. Mit Fotos von Mike Flam – Ihr werdet sie lieben. Und wie immer – ich bin glücklich, so viele tolle Frauen treffen zu dürfen. Eine Bereicherung für mein Leben.

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