Ein Wochenende in Lindau. Kleinod im Bodensee.

LINDAU – Bootsvermietung ohne Boote, Strandbad ohne Schwimmer, See ohne Schiffe – Stille über dem Bodensee. Wer Lindau im Sommer kennt, der wird den Winter doppelt geniessen. Die beste Zeit um einzutauchen in die schmalen und engen Gassen der mittelalterlichen Stadt. Eines der zahlreichen Kaffees besuchen, in den kleinen Antiquitäten Läden stöbern.

Stille über dem Bodensee, das Leben eingefroren. Foto: Elisabeth Giovanoli

Lindauer Hafeneinfahrt

Gut gebrüllt Löwe! Kaum um die Ecke, da thront er, der sechs Meter hohe Löwe direkt an der Hafeneinfahrt. Als würde er den ganzen Bodensee überblicken. Majestätisch aufgerichtet. Löwen haben in der Bayrischen Geschichte eine lange Tradition. Neben dem Prachtkerl nicht minder eindrucksvoll der 33 Meter hohe Leuchtturm, Wächter des Bodensees. Sportliche nehmen die 139 Stufen nach oben und werden mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.

Gut gebrüllt Löwe, Bewacher der Lindauer Hafeneinfahrt. Foto: Elisabeth Giovanoli

Auf dem höchsten Punkt der Stadt Lindau – der Diebsturm

Wer durch Lindau schlendert kommt automatisch am Schrannenplatz vorbei. Dort steht er, bunt und fröhlich, so gar nicht wie ein Gefängnis, das er einmal war. Es hat einige Türm und Schanzen auf er Insel. “Zu Schutz und Trutz des Seehafens – ein kräftiges Wahrzeichen der ehemaligen freien Reichsstadt Lindau”, so ist es an der Wand des Mangturms zu lesen. Der Turm, direkt an der Seepromenade, war einst Signal- und Beobachtungsposten der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Heute begnügt er sich als Fotomotiv.

Der Bodensee im Winter, ein ganz besonderes Erlebnis. Foto: Elisabeth Giovanoli

Lindau, das katholische Frauenkloster

Von aussen eher unscheinbar, erstrahlt es drinnen Barock opulent. Unbedingt einen Blick hineinwerfen. Eine wunderschöne Kirche. Ich hatte das Glück, das genau zu dem Zeitpunkt ein Konzert mit Orgel und Bläsern stattfand. Ein unvergessliches Erlebnis. Ursprünglich existierte auf der Insel nur ein Frauenkloster. Nach dem Stadtbrand von 1728 wurde in den Jahren 1748 bis 1752 die heutige Kirche errichtet. Architekt ist der Barockbaumeister Johann Caspar Bagnato, der auch das Schloss und die Kirche auf der Insel Mainau und das Neue Schloss in Meersburg entwarf.

Über 1.000 Jahre deutsche Geschichte

Das wunderschöne Rathaus. Am Erker Foren sich die zehn Gebote umgesetzt. Foto: Elisabeth Giovanoli

882 verfasste ein St. Galler Mönch die Urkunde, die den ältesten sicheren schriftlichen Beleg des Namens Lindau enthält: Der Name bedeutet „Insel, auf der Lindenbäume wachsen“. Daran erinnert bis heute das Lindenblatt auf dem Stadtwappen.

Lindau an einem Tag

Der Aufstieg lohnt sich sicher.

Natürlich ist ein Tag zu kurz, aber ein Tag reicht aus, um die historische Inselstadt mit ihren malerischen Gassen besser kennenzulernen und einmal die Insel zu Fuss zu umrunden. Am besten ihr startet mit dem Rundgang am Hafen, geht dann über den Hafenplatz Richtung Karlsbastion und folgt weiter dem Ufer. Dann taucht ihr ein in die Altstadt, im Zentrum die Maximilianstrasse. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich das prächtige Rathaus (erbaut 1422–1436).

Man fühlt sich fast isn Mittelalter zurückversetzt und en engen Gassen auf Lindau. Foto: Elisabeth Giovanoli

Wie komme ich nach Lindau

Lindau ist von Zürich mit dem Zug zu erreichen oder mit dem Auto in etwas eineinhalb bis zwei Stunden. Das Städtchen Lindau liegt am östlichen Ufer des Bodensees im Dreiländereck Deutschland–Österreich–Schweiz. Die gesamte historische Altstadt steht unter Denkmalschutz. Die Insel hat eine Fläche von 0,68 km² und etwa 2800 Einwohner. Die Insel ist durch einen Eisenbahndamm und eine Straßenbrücke mit dem Festland verbunden. Parkplätze am besten gleich bei der Einfahrt suchen.

Den Blick nach oben nicht vergessen. Lindau bietet so manche Überraschung. Foto: Elisabeth Giovanoli

Mein Hotel in Lindau – Boutique Hotel Helvetia

Das Boutique Hotel Helvetia punktet durch seine Lage direkt am wunderschönen Hafen, und bei mir, weil ich mein Wunderwauzi mitnehmen durfte. Hunde sind willkommen und werden ganz unkompliziert aufgenommen. Mein Zimmer /Suite war super schön, gross, sauber und gemütlich. Das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen. Ich hatte Halbpension und das Essen sehr fein. Die Bedienung war bemüht aber holprig an beiden Abenden.

Der Wauzi war willkommen auf der Insel Lindau.

Das Hotel bietet einen Wellnessbereich und Kosmetik Treatments mit Clarains Produkten.  Zum Wellnessbereich, jetzt muss ich ehrlich sein, der hat mir nicht so gefallen. Der Grund ist, dass sich der Wellnessbereich im Haus verteilt bzw. aufteilt. Ich denke das hat mit der alten Hausstruktur zu tun, die nicht den Freiraum lässt.  Das Dampfbad und Pool (sehr klein mit Gegenstrom) befinden sich im UG, eine Zen Lounge im 1.OG, eine Sauna am Dach, mit wunderbarem Ausblick über das Hafenbecken. Ausser dem Dampfbad und dem kleinen Pool sind alles Nacktbereiche. Besonders angenehm fand ich die Zen Lounge – eine nicht so heisse Sauna mit Blick auf den See. Aber auch dort hatte es nur 4 Ruheliegen, man muss immer Glück haben, um einen Platz zu ergattern.

Die Kosmetiktreatments mit Clarins Produkten waren angenehm für die Haut. Allerdings entspannend fand ich es nicht. Es geht alles sehr ruckzuck vor sich. Zusammengefasst: Die Qualität stimmt, der Entspannungsfaktor war für mich nicht gegeben.

Ein empfehlenswertes Hotel in Bezug auf Lage, Zimmer und Verpflegung.

Warten auf den Sommer an der Hafenpromenade. Foto: Elisabeth Giovanoli

 

 

 

1 Kommentar
  1. Claudia Kundigraber
    Claudia Kundigraber sagte:

    Stimmt – Lindau hat im Winter einen ganz eigenen Charme. Da bekomme ich richtig Sehnsucht…bin meist im Sommer da.

    Antworten

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