Anne Rüffer – Mich faszinieren Menschen die für eine Sache brennen.

Mir ist bewusst, wie schnell alles vorbei sein kann. Solange man zur gesunden Mehrheit gehört, blendet man schwere Themen oft aus. Man vergisst, dass man von einer zur anderen Minute zur anderen, zu einer so genannten Minderheit gehören kann. Es wird einem bewusst wie fragil und kostbar das Leben ist. Wie gehen Leute damit um, wenn das bis anhin so Selbstverständliche auf einmal in Frage gestellt ist? Ob Krankheit, Unfall oder Verlust – was ist relevant, welchen Fokus kann und muss ich setzen, wie sieht mein »neues« Leben aus und welche Gestaltungsmöglichkeiten habe ich?  Diese Prozesse haben mich immer brennend interessiert.

Ich habe zwei Grundthemen, in den Büchern als auch in den Filmen. Was löst ein Ereignis aus und welche Prozesse passieren dann? Welche Veränderungen entstehen und wie ist die Qualität dieser Veränderungen? Weiterlesen

Anne Rüffer – Ich bin ein leidenschaftlich neugieriger interessierter Mensch, der die Begabung mitbringt relevante Bücher zu machen, und das tue ich.

Ich war ein ausgesprochen hässliches Kind. Mit dicker Zahnspange, Brillengläsern wie Fantaböden und kurzen Haare. Ich war optisch mehr Junge als Mädchen. Ich denke, ich habe mich auch hinter den Büchern versteckt. Im Tanzkurs gab es ein männliches Pendant zu mir, wir haben uns dann aus der Not zusammengetan. Der Abschlussball war die reine Hölle, ich kam mit dem Kleid nicht zurecht und mit der Weiblichkeit auch nicht. Weiterlesen

Brigitte Obrist – Mein Leben ist viel mehr als nur Prostitution

Einen  Schatten der Vergangenheit gibt es für mich. Wenn ich einem Mann begegne, dann ist dieser Schatten immer ein Stück weit da. Nicht moralisch, sondern weil man schnell zu einem Paradiesvogel wird. Wie eine Trophäe. Das muss ich ausschliessen. Ich frage mich immer, bin ich interessant oder ist es meine Geschichte, die interessiert?

Wenn ich da Wahl hätte, ich würde den gleichen Weg wieder gehen. Wäre ich nicht Prostituierte geworden, dann sonst etwas Spezielles – Löwenbändigerin vielleicht. Ich bin durch Zufall zur Prostitution gekommen und hatte zu Beginn die gleichen Vorurteile und Vorstellungen wie alle anderen Leute auch. Aber nach einer Woche merkte ich, dass das alles gar nicht so war. Es geht weder um Sex, noch ist es schmutzig, Weiterlesen

Bettina Plattner Gerber
Mit 45 schaut man zurück.

Mit 45 schaut man zurück, zieht Bilanz und fragt sich, wo bin ich gelandet?  Das kann Krisen auslösen. Es gibt Dinge, die kann man nicht mehr von vorne beginnen. Früher kam irgendwann die Zukunft, und man hatte das Gefühl alles ist möglich, irgendwann. Mit 40 verändert sich das Gefühl. Man ist und lebt bereits in der Zukunft, die man sich immer so weit weg gedacht hat und das kann sich gut anfühlen, oder auch Angst machen.

Die Belastung zwischen 30 und 45 ist am höchsten. Die verschiedenen Lebensphasen sind geprägt durch einschneidende Ereignisse wie Ehe, Kinder, Trennung, Pensionierung, Tod. Solche Lebensereignisse erfordern immer wieder grosse Anpassungsleistungen. Weiterlesen

Bettina Plattner Gerber – Wenn Paare Unternehmen führen oder
der Kompromiss ist auch eine Bereicherung

Im Gespräch mit Bettina Plattner Gerber (50), Hotelière, Unternehmerin und Autorin über ihr Buch: Wenn Paare Unternehmen führen, das Duo als Erfolgsprinzip, geteilte Verantwortung und Glücksfaktoren. Zwei Menschen verfügen über ein unglaubliches Potential.

In unserem Buch meinen wir mit dem >Das Duo als Erfolgsprinzip< das Beste aus zwei Welten. Es geht um Ergänzungen von Fähigkeiten, geteilte Verantwortung und darum, dass man Entscheidungen abwägt. Ich persönlich glaube, dass man grundsätzlich erfolgreicher ist, wenn man Dinge nicht allein macht. Ein einzelner Mensch kann nie die gleichen Fähigkeiten in einer Person vereinen wie zwei Menschen. Weiterlesen