Ich und Picasso – Picasso Museum Antibes

Picasso Museum Antibes – Was wurde zu Picasso noch nicht gesagt oder geschrieben? Deshalb erzähle ich Euch heute meine ganz persönliche Geschichte zu Picasso. Es gibt einen Grund, warum man in das Museum Piacasso in Antibes muss. Denn es gibt ein Bild, dass NUR dort zu sehen ist. Les Clés d’Antibes. Die einzige Zeichnung, die Picasso während seiner Zeit im Schloss Grimaldi direkt auf die Wand aufgetragen hat. Picasso hatte ursprünglich vor, die Wände des Schlosses zu bemalen, leider waren diese in so schlechtem Zustand, dass dieses Vorhaben scheiterte. Nur dieses eine Bild wurde realisiert.

Jetzt zu Picasso und mir

Ein Bild das NUR in Antibes zu sehen ist. Wandmalerei von Picasso mit dem Titel: Les Clés d Antibes.

Lange hielt ich Picasso für eine Art Massenkünstler. Sorry. Mich schreckte seine enorme Produktivität ab. Das Merchandising. Auf einem Flohmarkt fiel mir das Buch seiner ersten Frau Françoise Gilot mit dem Titel: Mein Leben mit Picassso in die Hände. Ich bin eingetaucht in sein Leben und es hat mich gefangen genommen. Die Faszination hat seitdem nicht mehr aufgehört. Seit diesem Tag bin ich Picasso Fan. Ich sammle alle Bücher, ob alt oder neu, Zeitungsausschnitte und besuche wenn möglich jedes Museum, das Picasso zeigt oder besitzt. Bin ich an der Côte d’Azur, dann mache ich mich auf Spurensuche seines Lebens hier in Südfrankreich.

Picasso zaubert mir immer ein Lächeln auf meine Lippen.

Picasso Museum Antibes

Zu Ostern ging es für mich nach Nizza und dieses Mal stand das Picasso Museum Antibes auf meinem Programm. Man erreicht Antibes von Nizza aus bequem mit dem Schnellzug in zehn Minuten. Ab dann ist es ein kurzer Fussweg vorbei am Yachthafen und dann in die Altstadt, über den Markt hinauf zum Schloss Grimaldi, dem Picasso Museum.  Es liegt wunderschön direkt am Golf von San Juan. Frisch renoviert trohnt es über dem Meer, verschluckt seine Besucher förmlich und eröffnet ihnen magische Ausblicke auf das tiefblaue Meer.

Das Schloss, optisch eher eine Festung, und heutige Picasso Museum wurde bis Anfang 17. Jahrhundert von der Familie Grimaldi bewohnt. 1925 kaufte es die Stadt Antibes, 945 wurde es in das Museum Grimaldi umgestaltet. Picasso durfte 1946 von Juli bis Dezember einen Teil des Museums als Atelier für sich nutzen.

Picasso Museum Antibes – im Hintergrund das Bild: Ulysses und die Sirenen.

Kreative Zeit in Antibes

Im Sommer 1946 reisten Picasso und seine Freundin und spätere Frau Françoise Gilot von Paris nach Südfrankreich. Den Erzählungen nach arbeitete Picasso in seiner Antiber Periode hauptsächlich in der Nacht. Fast jeden Nachmittag verlies er sein Haus in Golfe-Juan, um seine Kreativität im Schloss Grimaldi auszuleben. Sein Freund Sima fotografierte ihn bei der Arbeit. Viele dieser Fotos sind in der Ausstellung zu sehen. Ganz persönliche Portraits von einem der grössten Künstler des 20 Jahrhunderts. Während seiner Zeit in Antibes war Picasso sehr kreativ. Er realisierte zahlreiche Werke, Malereien, Zeichnungen, Bildteppiche und Keramiken. Material war damals knapp, so verwendete Picasso alles was er bekommen konnte, wie Zement, Bootsfarben…..

Frauenkopf aus Zement. Museum Picasso Antibes.

Françoise Gilot beschreibt diese Zeit ausführlich in ihrem Buch. Nach seiner Schaffensperiode im Schloss Grimaldi wendet sich Picasso der Keramik zu. Keramik war ein neues Material für Picasso. In den kommenden Monaten wurde die Töpferei Madoura in Valauris seine Wirkungsstätte. Er experimentiert mit Ton, Form und Lasur. Es entstehen zahlreiche wunderschöne Keramiken. Eine Reihe von bunt verzierten Tellern, die ganz eigene Geschichten erzählen. Einige der Teller und Keramiken sind im Museum Antibes zu bestaunen. Kleine fröhliche Kunstwerke. Ein grosser Teil befindet sich im Museum Picasso in Barcelona.

Keramik Teller von Picasso

In Antibes entstand auch das Bild La Joie de Vivre (1946) – es zeigt die Auseinandersetzung Picassos mit der griechisch-römischen Mythologie. Ihr findet das Bild im zweiten Stock, in den Räumlichkeiten, die Picasso damals als Atelier dienten.

Die Sammlung Picasso Museum Antibes

Als Dank an die Stadt, dessen Ehrenbürger er später wurde, schenkte Picasso Antibes 23 Werke, die den Grundstein der heutigen Sammlung bilden. 1990 erhielt das Museum weitere Werke aus dem Nachlass seiner zweiter Ehefrau Jacqueline Picasso. Erst 1966 änderte das Museum seinen Namen in Picasso-Museum und war das erste Museum, das sich einem Künstler zu seinen Lebzeiten widmete.

Lassen Sinn für Humor erkennen. Keramiken von Picasso im Museum Antibes.

TIPP: Unbedingt einen Marktbesuch in Antibes einplanen. Und sich eine köstliche Socca gönnen, eine Art Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl und dazu ein kühles Glas Weißwein und das bunte Markttreiben beobachten.

Ich denke, in Zukunft werde ich Euch noch öfter an meiner Leidenschaft für Picasso teilhaben lassen.Was Euch auch interessieren könnte:

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Nach dem Rundgang wird man mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt.

Nature morte au compotier de raisin, à la guitare et assiette avec deux pommes, 1946.

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