Hotel Schloss Leopoldskron Salzburg – Ein Märchenschloss mit Geschichte

Eine Nacht im Schloss, wer träumt nicht davon? Salzburg hat von einem sicher genug und das sind Hotels. Jetzt kommt das Aber. Wollt ihr etwas Besonderes? Dann lest bitte weiter. Geburtsstätte der Salzburger Festspiele, Kulisse für den weltberühmten Film The Sound of Music. Motiv auf der alten österreichischen Tausend Schilling Banknote und noch Vieles mehr. Intrigen, Heirat, Kunst, Nationalsozialismus, Restitution, Mord…. ein Schauplatz: Schloss Leopoldskron.  

Wir rollen entlang der Schlossmauer, dann geht es scharf nach rechts und ein grosses schmiedeeisernes Tor öffnet sich langsam. Wir rollen über knirschenden Kies und tauchen ein in die spannende Geschichte eines Schlosses und seiner Bewohner.

Schloss Leopoldskron

Schloss Leopoldskron

Schloss Leopoldskron – First Class Hotel mit Geschichte

Schloss Leopoldskron war ein Hochzeitsgeschenk des Salzburger Erzbischofs Freiherr von Firmian 1740 an seinen Neffen. Auch heute wird auf Schloss Leopoldskron noch kräftig geheiratet. Für Hochzeiten das optimale Ambiente, wunderschöne alte Säle zum Feiern, der Schlosspark als Kulisse, speziell Suiten im Schloss selber und das angrenzende Hotel im Meierhof. Wäre ich nicht schon verheiratet, Schloss Leopoldskron wäre definitiv einer meiner Favoriten. Dem kunstsinnigen Erzbischof und ehemaligem Besitzer von schloss Leopoldskron verdankt Salzburg einiges, Schloss Klessheim, die Pferdeschwemme auf dem Kapitelplatz und die Marstallschwemme. Viele Jahre war Schloss Leopoldskron Sommerresidenz und Bühne fürsterzbischöflicher Repräsentationen. 1744 stirbt der Erzbischof, sein Leichnam wird im Salzburger Dom begraben, sein Herz in der Schlosskapelle von Leopoldskron.

Wie im Märchen - Frühstückssaal Schloss Leopoldskron. Foto: Giovanoli

Wie im Märchen – Frühstückssaal Schloss Leopoldskron. Foto: Giovanoli

Ein Förderer von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Laktanz,  bewohnt das Schloss die den nächsten vier Jahrzehnten. Nach seinem Tod bleibt es in Familienbesitz, bis es 1830 wieder den Besitzet wechselt. Der neue Eigentümer, Georg Zierer, hat leider nur ein Ziel, das gesamte Schlossinventar zu Geld zu machen. Das Resultat, ein leeres Schloss, das zum damaligen Salzburger Bürgermeister wechselt,  der es wiederum an den abgedankten König Ludwig I von Bayern verkaufte. Das Schloss wechselte noch einige Mal den Besitzer, bis es 1918 an Österreichs berühmtesten Theaterintendant, Regisseur und Mitbegründer der Salzburger Festspiele  – Max Reinhardt geht. Max Reinhard, geborener Goldmann, renoviert und investiert.

Den wunderbaren Park ergänzt Reinhardt mit antiken Steinfiguren. Es sammelt und  kauft acht der in aller Welt verstreuten barocken steinernen Zwergerln, die ursprünglich im Mirabellgarten standen. Vier sind noch im Park zu finden. Er entwirft ein Gartentheater, eingerahmt mit steinernen Seepferden. Dort empfängt er private Gäste.

Einer der von Max Reinhardt gesammelten Barocken Zwergerln im Schlosspark. Foto: Giovanoli

Einer der von Max Reinhardt gesammelten Barocken Zwergerln im Schlosspark. Foto: Giovanoli

Das Schloss wird zur Bühne

Alles was Rang und Namen hat trifft sich bei Max Reinhardt auf Schloss Leopoldskron. Schauspieler, Schriftsteller, Komponisten, Produzenten, Aristokraten, Geschäftsmänner.

Enteignung

Im Jahr 1938 wird das Schloss von den Nazis beschlagnahmt, Reinhardt arbeitet zu der Zeit in den USA. Er wird nie mehr zurückkehren, stirbt 1943 in New York in einem Hotelzimmer. An seine Frau die Österreicherin Schauspielrein Helen Thimig, schreibt er:

„Ich habe achtzehn Jahre in Leopoldskron gelebt, wirklich gelebt, und ich habe es lebendig gemacht. Ich habe jedes Zimmer, jeden Tisch, jeden Sessel, jedes Licht, jedes Bild gelebt.  Ich habe gebaut, gezeichnet, geschmückt, gepflanzt und geträumt davon, wenn ich nicht da war. (…) Ich habe es immer feiertäglich geliebt; nie als etwas Alltägliches.  Es waren meine schönsten, reichsten und reifsten Jahre (…) Ich habe es verloren, ohne zu jammern.  Ich habe alles verloren, was ich hineingetragen habe.  Es war der Ertrag meiner Lebensarbeit.“ (Zitat via Webseite Schloss Leopoldskron).

Ein Schloss zum Wohlfühlen - alle Räumlichkeiten sind begehbar. Schloss Leopoldskron

Ein Schloss zum Wohlfühlen – alle Räumlichkeiten sind begehbar. Schloss Leopoldskron

Schloss Leopoldskron wird später an Helene Thimig restituiuert, die es 1969 an das Salzburg Global Seminar verkauft. Den Verkauf an die Amerikaner hat Salzburg Helene Thimig bis heute nicht ganz verziehen.

International bekannt wurde Schloss Leopoldskron durch die Geschichet der Trapp Family.

Ein ganz besodnerer Ort, die grosse Bibliothek im Schloss Lopoldskron.

Ein ganz besodnerer Ort, die grosse Bibliothek im Schloss Lopoldskron.

Heuet erstrahlt das Schloss in neuem Glanz, der angrenzende Meierhof wurde zu einem First Class Hotel umgebaut. Im Schloss selber residiert man in Suiten, auf Wunsch auch in der von Max Reinhardt.

Der Park ist ein Erlebnis für sich, er erzählt Dir ganz eigene Geschichten, Du musst nur ganz genau zuhören.

Ein Schlosspark wie aus dem Märchen, verwildert und geheimnisvoll. Foto Giovanoli

Ein Schlosspark wie aus dem Märchen, verwildert und geheimnisvoll. Foto Elisabeth Giovanoli.

Top:

Das Frühstück im Ballsaal ist einzigartig. Die bis heute prachtvoll erhaltenen Stuckdecken verdienen einen Blick nach oben. Die angrenzende wunderschöne Bibliothek ist frei begehbar, man kann in Ruhe lesen, arbeiten, sich zurückziehen. Überhaupt läuft hier alles sehr unkompliziert ab. Grosses Plus! Keine Verbotsschilder, alles frei begehbar im Schloss selber! Ein Schloss, das definitiv seinen Weg ins neue Jahrhundert gefunden hat. Unser Zimmer im Meierhof  war grosszügig. Sauber, das Bett bequem, ich empfehle Euch ein Zimmer Richtung See oder seitlich, Richtung Strasse kann es doch etwas lauter werden, vor allem bei geöffnetem Fenster. Auch wenn der Blick aus dem Fenster auf die Hohe Salzburg einzigartig ist, die anderen Zimmer sind ruhiger. Restaurant hat es keines im Schloss, nur ein kleines Café/Bar. Parkplätze sind gratis und ausreichend vorhanden. Hunde sind willkommen., auch im Schlosspark.

Fazit: Es lohnt sich dieses Stück Geschichte Salzburgs zu besuchen. Man fühlt sich ein wenig wie im Märchen.

I will be back!

Hochzeitsdekoration vom Vortag. Schloss Leopoldskron. Foto: Giovanoli

Hochzeitsdekoration vom Vortag. Schloss Leopoldskron. Foto: Elisabeth Giovanoli.

Blick auf den see hinter Schloss Leopoldskron, Das Wetter war leider etwas salzburgerisch.

Blick auf den See hinter dem Schloss Leopoldskron, das Wetter war leider etwas salzburgerisch, leichter Regen.

Die Schlosskapelle Leopoldskron.

Die Schlosskapelle Leopoldskron.

Mein Highlight - das Frühstück im grossen Saal. Schloss Leopoldskron.

Mein Highlight – das Frühstück im grossen Saal. Schloss Leopoldskron.

Foto vom Foto in der Halle - alte Aufnahme Schloss Leopoldskron

Foto vom Foto in der Halle – alte Aufnahme Schloss Leopoldskron

 

4 Antworten
  1. Claudia Braunstein
    Claudia Braunstein says:

    Liebe Elisabeth, das Schloss hat eine ganz besondere Geschichte und es gäbe noch ganz viele Details zu berichten. So hielt sich Reinhardt im Park einen ganzen Zoo. Wenn man heute durchgeht, was man nur zu besondern Anlässen machen kann, oder man wohnt im Schloss, dann kann man sich immer noch gut zurückversetzen. Am Weiher gab es übrigens zeitweise 100 Ruderboote. Leider heute nicht mehr möglich, weil der Teich unter Naturschutz steht. Es gab sogar bis in die 40er Jahre eine richtige Schwimmschule mit Badehäuschen und Steg beim Meierhof. Ein wirklich nostalgischer Ort. Vor allem wenn man bedenkt, welche Prominenz dort inkognito ein und aus geht, das ist wirklich spannend. Und damit meine ich nicht Karl Lagerfeld, der vor zwei Jahren eine Chanel-Kollektion dort vorgestellt hat und das Schloss einen Monat in Beschlag nahm. Ich liebe meine Nachbarschaft ;-) Liebste Grüße aus Salzburg, Claudia

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    • Elisabeth Giovanoli
      Elisabeth Giovanoli says:

      Liebe Claudia – danke für die interessanten Inputs. Ich war sofort verliebt in die Geschichte, aber eben, so ein Blog zwingt uns ja immer uns kurz zu fassen. Der Park ist wunderbar, die Pferdeköpfe, der Weiher, die Natur und all die Geschichten die das Leben schrieb rund um das Schloss. Vom Zoo wusste ich nichts bis heute, sehr interessant. Und noch etwas, beim Spaziergang rund um den Weiher habe ich hinten ein ganz spezielles neues Haus entdeckt, gebaut wie lauter Luftblasen in unterschiedlichen Ebenen. Kennst Du das zufällig? Schau doch bei Gelegenheit einmal vorbei, muss ein innovativer Architekt gewesen sein. Ganz liebe Grüsse und bis hoffentlich bald Elisabet

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      • Claudia Braunstein
        Claudia Braunstein says:

        Liebe Elisabeth, natürlich kenne ich dieses Haus, das bei seinem Bau wochenlang durch den Salzburger Blätterwald als Skandal rauschte. Ich finde es ganz witzig, würde selbst einen derartigen Stil nicht bevorzugen und sehe es in diesem Umfeld eher problematisch. Das würde eher auf einen großen, weiten Grund passen. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia
        PS ich warte auf das neue Jahr, dann kann man ja einmal die neue Flugverbindung testen ;-)

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        • Elisabeth Giovanoli
          Elisabeth Giovanoli says:

          Liebe Claudia, Du hast Recht, der Stil passt nicht ins Umfeld. Trotzdem fand ich es sehr spannend als Projekt in sich.
          Das mit den Flugverbindungen behalten wir im auge, wäre toll, wenn Du vorbeischauen würdest in Zürich. Ganz herzliche Grüsse Elisabeth

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