Die neuen Alten – nicht mausgrau und still #alt

Ganz ehrlich – Ich mag das Wort ALT nicht. Es ist wertend. Es bedient ein Klischee. Doch muss ich zugeben, dass meinen Postkasten zunehmend Post verstopft rund um Vorsorge und Pension. Da lese ich Floskeln wie: Mit dem Alter kommt das Glück. Werde bombardiert mit Altersvorsorge-Inhalten, Lebenserwartung und was ich alles zu tun hätte, damit ich später auf nichts verzichten muss. Zusammengefasst: Man optimiert mein Alter. Und das beginnt mit 51 Jahren wie es den Anschein macht. Vielleicht beginnt es in dem Augenblick, wo man plötzlich mit SIE angesprochen wird, wo früher ein DU kam.

Wer jetzt denkt: Die will ihr Alter nicht akzeptieren. Dem halte ich entgegen, das muss ich ja. Aber es ist wie beim Kochen, man kann aus Zutaten etwas Gutes oder Schlechtes zubereiten. Es liegt bei mir. Es geht auch nicht darum, krampfhaft wo dazuzugehören. Gar nicht. Es geht darum zu tun, was mir Spass macht. Meine Vorstellung von Alter ist bunt. Und ich hoffe sehr, dass ich mich zu gegebener Zeit zu den Rebel Agern zählen darf.

Rebel Ager oder das Wort ALT löst sich auf

Das sind Menschen, die nicht stillstehen. Die sich weiter entwickeln und sich auch mit 70 noch ein Tattoo stechen lassen, wenn sie Lust dazu verspüren. Das ist die Gruppe, die das Wort ALT am liebsten aus dem Duden streichen würden. Sie wollen sich nicht schonen und schon gar nicht verzichten, dann lieber beim Kitesurfen tot umfallen.

Wer rastet, der rostet

Ein Klassentreffen mit 50 ist immer ein guter Indikator. Da trifft man sich nach 30 Jahren. Und dann wird schnell klar, wie unterschiedlich sich Menschen entwickeln. Alle gleich alt. Und es wird augenblicklich klar, dass sich die Wege zu trennen beginnen. Da sind die, die schon mit 50 meinen, was Neues anzufangen lohne sich nicht. Klassische Bewahrer. Unflexibel, konservativ. Da sind die anderen, die genau so sprühen wir vor 30 Jahren.

Eine meiner Favoriten ist Linda Rodin, die 70jährige New Yorkerin und ihr Pudel.

 

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A pensive moment. Wearing @lalignenyc ❤️

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Und die liebenswerte Erni Stolberg aus meiner Heimat Wien. 95 Jahre jung.

Die Hashtags für das Alter

Man weiss: Wer nicht das klassische Bild von alt vermittelt, wird meist auch von seiner Umwelt nicht so wahrgenommen. Coole Ältere tauchen immer häufiger auf. Influencer über 50 sind die neuen Stars der Plattformen. Sie werben nicht für Gesundheitsschuhe, sondern für Gucci zum Beispiel, wie Barbara Alberti. Wer braucht ganz ehrlich in Zukunft Gesundheitsschuhe bei dem Sneaker Boom.

 

 

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Finalmente! @gucci incorona la figaggine di #barbaraalberti #maèstupendo

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So wird auch das Alter mit Hashtags bedient wie #oldbutgold #silverpreneur. Mich freut es, wenn ich in der neuen Rolex Kampagne Silvia Eearle sehe, ein Meeresbiologin und Forscherin, mit ihren verdienten Falten und einem strahlendem Lächeln in den Augen und auf den Lippen. Und erst die Dame auf dem Gucci Plakat. Einfach wow.

Am Ende bleibt zu schreiben: Zeit für eine neue Interpretation von ALT.

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